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Rügen Lüneburger Heide Natur

Bird Watching Wie alles anfing

12. Mär 2026 — Lesezeit: 3 Minuten

von Eduard Fink

Vögel fliegen bei Sonnenuntergang über das ruhige Meer

Ich habe während Corona angefangen, Vögel zu beobachten. Erst ohne Plan, dann mit Fernglas und irgendwann mit Büchern im Rucksack.

Mein neues Hobby startete nicht aus großem Interesse, eher aus Mangel an Alternativen. Ich war viel draußen, ging immer die gleichen Wege, war gelangweilt und irgendwann fing ich an Vögel zu beobachten. Vielleicht lag es auch an meinem Nachnamen.

Meine innerstädtischen Passion entwickelte sich zu erst langsam und nahm Fahrt auf mit meinem ersten Steiner Fernglas, dann kamen die ersten Bücher hinzu, Tarnkleidung, Zelt, Kamera mit Teleobjektiv und dann ging es schon los das meine Urlaube rund um die Vogelmigration geplant wurden.

So fängt es meistens bei mir an.

Ich war 2024 zuerst ein paar Tage in der Lüneburger Heide und in 2025 auf Rügen. Ohne großen Plan, aber mit der leisen Vermutung, dass ich mich hier richtig ausleben kann.

Ich war in meinem Element.

In der Heide ist es vor allem der Himmel. Offene Flächen, viel Weite. Im Spätsommer und Herbst ziehen hier große Schwärme durch: Kraniche, Gänse, manchmal auch Störche. Formationen, die sich ständig verschieben. Ich stand oft einfach nur da, Fernglas in der Hand, und habe zugeschaut, wie sie sich neu sortieren, drehen, weiterziehen. Zeit spielt dabei keine Rolle.

Schwimmende Ente auf einem Teich in der Lüneburger Heide

Die Oldendorfer Kiesteich in der Heide.

Naturschutzgebiet Schoritzer Wiek entdecken auf Rügen

Das Schoritzer Wiek auf Rügen liegt 500m entfernt vom Platz auf Rügen.

Auf Rügen ist es anders. Der Abend bringt die Bewegung. Die Boddengewässer liegen ruhig da, das Licht wird flacher und dann kommen die Kraniche. Erst einzelne, dann mehr. Sie landen im flachen Wasser, rufen, stehen dicht beieinander.

Es ist laut und gleichzeitig vollkommen ruhig.

Ich habe stundenlang dort gestanden. Über mehrere Tage. Beobachtet, Fotos gemacht, Notizen geschrieben. Irgendwann erkennt man einzelne Bewegungen wieder, versteht Abläufe, wartet auf bestimmte Momente.

Was beide Orte verbindet, ist ihre Lage. Sie liegen mitten in wichtigen Zugrouten. Im Frühjahr ziehen die Vögel nach Norden, im Herbst wieder zurück. Besonders zwischen September und November wird es intensiv: Kraniche, Wildgänse, Störche, dazu viele Arten, die hier rasten oder übernachten. Aber auch im Frühling, etwa von März bis Mai, ist ständig etwas in Bewegung.

Man braucht nicht viel dafür: Ein gutes Fernglas hilft. Der Rest ist Geduld. Stehen bleiben, schauen, wieder schauen. Irgendwann sieht man mehr.

Nach ein paar Tagen merkt man, dass sich etwas verändert. Man schaut automatisch nach oben. Hört anders hin. Erkennt Dinge wieder, die vorher einfach vorbeigeflogen sind.

Und irgendwann geht man nicht mehr einfach nur spazieren.

Wildwood Camping Uckermark steht noch auf meiner Liste.

Vielleicht im Herbst.